Die Müller-Rebe
Pinot Meunier trägt seinen Namen wegen der weißen Behaarung auf den Blättern - sie sieht aus wie Mehl, und Meunier heißt Müller. Im deutschsprachigen Raum kennt man die Traube als Schwarzriesling. Sie wächst auf fast einem Drittel der Champagner-Rebfläche, genießt aber weniger Ansehen als Pinot Noir und Chardonnay.
Das hat praktische Gründe. Meunier reift früh, widersteht Frost besser und gedeiht auch in kühleren Lagen. Im Vallée de la Marne dominiert sie. Die Grundweine fallen weicher und fruchtiger aus als Pinot Noir, mit weniger Säure als Chardonnay.
Rehabilitation einer Traube
Jahrzehntelang galt Meunier als Arbeitstraube - nützlich für die Assemblage, aber nicht präsentabel. Große Häuser verschwiegen ihren Anteil. Das ändert sich. Winzer wie Jérôme Prévost keltern reinsortige Meunier-Champagner von erstaunlicher Qualität. Sie zeigen, dass die Traube mehr kann als nur auffüllen.
Meunier bringt Aromen von Apfel, Birne und Mirabelle. Die Champagner sind früh zugänglich, charmant, ohne aufdringlich zu sein. Wer einen unkomplizierten Aperitif sucht, liegt mit Meunier selten falsch.